Ein Kommentar von Gabriele Bayer (erschienen im NABU Magazin)
Für mich hat Heimat mit Menschen zu tun, mit Beziehungen. Heimat ist dort, wo ich lebe. Dabei geht es auch um Verantwortung: einen Ort, eine Region zu schützen und weiterzuentwickeln. In meiner politischen Arbeit als Dritte Bürgermeisterin von Postbauer-Heng verwende ich den Begriff nicht, er ist mir zu abstrakt. Aber der Gedanke ist mir wichtig. Wir sind seit 2021 als Gemeinwohl-Kommune zertifiziert. Das bedeutet: Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit stehen bei Entscheidungen der Gemeinde an erster Stelle. Ein großer Hebel ist unsere nachhaltige Beschaffungsrichtlinie: Als wir für die Verwaltung 20 Drucker austauschen mussten, haben wir sie durch fünf energiesparende, umweltfreundlichere Geräte an zentralen Stellen ersetzt. Bei unserem neuen städtebaulichen Konzept haben wir viel mit Bürgerbeteiligung gearbeitet und besonders auf Ökologie geschaut: auf Entsiegelung und Stadtgrün zum Beispiel. So fördern wir Artenschutz, Klimaresilienz und ein besseres Wassermanagement.
Wer mag, soll den Heimatbegriff verwenden, das sehe ich unkompliziert. Ich glaube aber, dass er nicht darüber entscheidet, ob Menschen sich engagieren. Die Leute wollen keine abstrakten Begriffe, sondern konkrete Projekte. Die wecken das Gefühl, mit dem Ort, der Natur verbunden und auch ein Stück dafür verantwortlich zu sein.