Laura Weber warnt vor unfairen Hürden bei Arbeitserlaubnissen in der Oberpfalz

Wer in der Oberpfalz arbeiten will, braucht mehr als ein Jobangebot, wenn er in Regensburg wohnt. Weitaus bessere Chancen hat er in Cham oder Neumarkt. Der Wohnort kann über Erfolg oder Ablehnung entscheiden. Das zeigt ein neues Gutachten im Auftrag der Grünen im Landtag.

In der Stadt Regensburg und im Landkreis Amberg-Sulzbach sind die Hürden vergleichsweise hoch. Laut der Untersuchung der Universität Konstanz lag die Ablehnungsquote der Ausländerbehörden für Arbeitserlaubnisse in Regensburg im Mittel bei 17,8 Prozent – deutlich über dem bayerischen Durchschnitt von 13,5 Prozent. Cham dagegen hat eine durchschnittliche Quote von 9,5 Prozent. Auch der Landkreis Amberg-Sulzbach liegt mit 16,2 Prozent über dem bayerischen Durchschnitt. Um den Letzteren liegen die Landkreise Regensburg (13,8), Neustadt/WN (13,7), Tirschenreuth (13,2) und die Stadt Weiden (13,6). Eine nicht ganz so niedrige Quote wie Cham hat Neumarkt mit 10,9 Prozent.

Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die Unterschiede nur teilweise durch die wirtschaftliche Lage erklärbar sind. Stattdessen deute vieles auf uneinheitliche Verfahren und strukturelle Probleme in den Ausländerbehörden hin. Die Folge: Gerade in Branchen mit großem Personalbedarf scheitern Arbeitsanträge überdurchschnittlich oft.

„Auch Regensburg lebt von Zuwanderung und internationalen Arbeitskräften“, betont die Weidener Abgeordnete Laura Weber. „Ohne sie würden in vielen unserer Betriebe längst die Lichter ausgehen. Umso alarmierender ist es, dass ausgerechnet hier überdurchschnittlich viele Arbeitsanträge scheitern. Denn wenn Menschen trotz Jobangebot an Bürokratie hängen bleiben, blockiert das die Integration und gefährdet gleichzeitig die wirtschaftliche Zukunft.“

Für die Grünen ist das ein unhaltbarer Zustand. Sie fordern, die Verfahren für Arbeitserlaubnisse grundlegend zu modernisieren und zu beschleunigen. Nötig seien vor allem digitale, transparente Prozesse mit klaren Zuständigkeiten, standardisierten Abläufen und verbindlichen Bearbeitungsfristen, damit sowohl Antragstellende als auch Unternehmen Planungssicherheit erhalten.

Gleichzeitig müsse die Staatsregierung die Antragstellung deutlich vereinfachen und Arbeitgeber stärker einbinden. Viele Betriebe seien bereit zu unterstützen, würden bislang aber zu wenig einbezogen

Tabelle mit den regionalen Ablehnungsquoten:

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