Voller Biergarten, klare Botschaften: Katharina Schulze und Laura Weber werben in der Oberpfalz für Erneuerbare und Zusammenhalt

Rund 80 Besucherinnen und Besucher, ein voller Biergarten in Weiden und intensive Gespräche bis in den Abend hinein: Der Stammtisch mit Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag, im Sudhaus Molter im Heimgarten stieß auf großes Interesse. Eingeladen hatten Laura Weber, MdL, und die Grünen Weiden.

Einsatzlagen im Fokus

Zuvor hatten Schulze und Weber das Bayerische Zentrum für besondere Einsatzlagen (BayZBE) in Windischeschenbach besucht. Dort erhielten sie Einblicke in eine sensible Übung sowie in die hochspezialisierte Arbeit der Einsatzkräfte, die für außergewöhnliche Gefahren- und Krisensituationen trainieren. Begleitet wurden sie dabei von zentralen Verantwortungsträgern des Bevölkerungsschutzes: dem Präsidenten des Bayerischen Roten Kreuzes, Hans-Michael Weisky, seinem Vizepräsidenten Andreas Hanna-Krahl sowie dem Landesgeschäftsführer Robert Augustin. Ebenfalls vor Ort war die Geschäftsführung der BayZBE gGmbH mit Daniel Pröbstl und Thomas Haas, die die strategische Bedeutung des Standorts und die operative Arbeit der Einrichtung erläuterten.

Energie aus der Region

Foto: Büro Laura Weber

Am Nachmittag stand ein Besuch beim Unternehmen Natur-Energietechnik GmbH in Floß auf dem Programm. Das inhabergeführte Familienunternehmen plant und realisiert individuelle Energielösungen – von Wasserkraft über Photovoltaik und Stromspeicher bis hin zu Energiemanagement und E-Mobilität. Geschäftsführer Erich Dannhäuser stellte die Arbeit des Unternehmens vor, das Projekte in der Region, deutschlandweit und international umsetzt. Beim Termin vor Ort waren unter anderem auch Sohn David Dannhäuser, Robert Lindner (1. Bürgermeister Floß und Aufsichtsrat ZENO eG), Katharina Schulze, Laura Weber, Günter Stich (Vorstand ZENO eG und Bürgermeister a.D. Floß), Boris Damzog (Gründungsvorstand ZENO eG und Bürgermeister a.D. Störnstein) sowie Kristina Fischer (Personalleitung Natur-Energietechnik) mit dabei.

Vor Ort besuchten Schulze und Weber den Solarpark in Floß. Schulze betonte: „Jede Solaranlage macht Bayern unabhängiger von Energieimporten.“ Und sie ergänzte: „Genau deshalb sprechen wir bei Erneuerbaren Energien von Freiheitsenergien.“ Darüber hinaus stellte das Unternehmen weitere Vorzeigeprojekte vor: Trading-Batteriespeicher, Kleinkraftwerke für Klärwasser, Wasserkraftanlagen mit Fahrplanmanagement sowie hochmoderne autarke Mehrparteienhäuser, die Wasserkraft, Aquathermie, Photovoltaik und Speicher intelligent kombinieren.

Ein weiteres Thema war die sogenannte Agri-Photovoltaik, etwa bei einem Projekt nahe Kallmünz. Dabei werden landwirtschaftliche Flächen doppelt genutzt – für die Nahrungsmittelproduktion und gleichzeitig für die Stromerzeugung durch Solarmodule.

v.l.n.r.: David Dannhäußer, Erich Dannhäußer Geschäftsleitung Natur-Energietechnik GmbH, Robert Lindner 1.Bürgermeister Floß und Aufsichtsrat Zeno eG, Katharina Schulze MdL Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Bayerischen Landtag, Laura Weber MdL, Günter Stich Vorstand Zeno eG und Bürgermeister a.D. Floß, Boris Damzog Gründungsvorstand Zeno eG und Bürgermeister a.D. Störnstein, Kristina Fischer Personalleitung Natur-Energietechnik GmbH (Foto: Büro Laura Weber)

Wasserkraft unter Druck

Firmenchef Dannhäuser äußerte deutliche Kritik an der geplanten EEG-Novelle im Bereich Wasserkraft. Der Entwurf sieht den Wegfall der klassischen, garantierten Einspeisevergütung für kleinere Erneuerbare-Energien-Anlagen vor – ein Schritt, der über die Hälfte der rund 7.300 deutschen Wasserkraftanlagen betreffen könnte. „Kleine Wasserkraftwerke sind dezentral organisiert, reduzieren den Bedarf an Netzausbau und erhöhen gleichzeitig die Versorgungssicherheit“, so Dannhäuser.

Kritisch äußerte er sich zudem zu bürokratischen Hürden im Bereich Freiheitsenergien: Verfahren seien oft langwierig und uneinheitlich, Entscheidungen hingen stark von einzelnen Behörden ab. Schulze griff diese Punkte auf und forderte Entbürokratisierung. Zugleich stellte sie klar: „Das Problem sind nicht nur Richtlinien und Regularien – es geht auch um Priorisierung.“ Eine schnelle und unkomplizierte Umsetzung erfordert vor allem politischen Willen. Angesichts der aktuellen Krisenlage machte sie die Bedeutung der Energiewende deutlich: „Erneuerbare Energien sind nicht das Projekt einer Partei, sondern eines Landes.“

Laura Weber, Mitglied im Umweltausschuss des Bayerischen Landtags und Energieingenieurin, die bereits vor ihrer Zeit im Parlament eng mit dem Bereich der Erneuerbaren Energien – unter anderem auch mit Natur-Energietechnik – verbunden war, unterstrich die Herausforderungen insbesondere in der Region. Beim Ausbau der Windkraft gebe es weiterhin große Hürden. Gleichzeitig verwies sie auf positive Beispiele: „In Mittelfranken kommt die Windkraft bereits im Geldbeutel der Leute an.“ Genau diese Effekte erwarte sie auch für die Nordoberpfalz.

Foto:Büro Laura Weber

Klare Worte am Abend

Am Abend fand schließlich der Stammtisch in Weiden statt. Schulze fand klare Worte „gegen Miesepeter und Hetzer und die, die alles kaputt machen“. Gleichzeitig machte sie deutlich, worauf es ihr politisch ankommt: auf Zusammenhalt. „Wir haben Bock, dieses Land zu gestalten. Wir haken uns jetzt unter und gehen voran – und ich glaube, dass das der bessere und der richtigere Spirit ist.“ Mit Blick auf die kommenden Jahre und mögliche Regierungsverantwortung betonte sie die Bedeutung der Demokratie sowie den entschlossenen Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Unter den Gästen waren zahlreiche lokale Mandatsträgerinnen und Mandatsträger, darunter der stellvertretende Landrat Josef Schmidt sowie Sulzbach-Rosenbergs Dritte Bürgermeisterin Yvonne Rösel. Auch der frühere Oberbürgermeister Jens Meyer (SPD) nahm teil. Ebenfalls anwesend war die gesamte Neustädter Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Begleitet wurde die Veranstaltung zudem von einem Fernsehteam.

Beim Stammtisch zeigte sich, was solche Abende ausmacht: viele Gespräche, viele Fragen, viele Ideen. Es wurde diskutiert, gelacht und nachgehakt – und vor allem wurde deutlich, wie groß das Interesse ist, die Region aktiv mitzugestalten.

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