Grüne werfen Sozialbürgermeisterin unzureichende Fortschritte im Sozialbereich vor

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Fraktion und Kreisverband der Grünen in Regensburg ziehen nach sechs Jahren Bilanz und bewerten Fortschritte im Sozialbereich als unzureichend.

„Speziell in den Bereichen Jugendarbeit, Seniorenarbeit und Armutsbekämpfung hatte ich mir deutlich mehr erwartet“, so Stadträtin Theresa Eberlein. Die Grünen hatten sich intensiv für Jugend-Streetwork eingesetzt. „Vor zwei Jahren wurde im Ausschuss der erste Beschluss zur mobilen Jugendarbeit gefasst, vor neun Monaten wurde das Konzept vorgestellt und seine Umsetzung beschlossen, aber bis heute gibt es noch nicht einmal eine Stellenausschreibung“, so Eberlein. Es stelle sich die Frage, ob die mobile Jugendarbeit von der Sozialbürgermeisterin wirklich gewollt sei.

Auch die Bedürfnisse von Senior*innen seien zu kurz gekommen. Das 2022 beschlossene Aktivzentrum befindet sich nach wie vor im Anfangsstadium, ohne konkrete Räumlichkeiten oder Umsetzungsplanungen. „Es braucht dringend Anlaufstellen für Senior*innen, um Einsamkeit vorzubeugen und Gesundheit zu sichern“, so Eberlein weiter. Der beschlossene Pilotversuch einer Community Health Nurse liegt damit auch weiterhin in der Schublade.

„Wir hatten auch erwartet, dass die Sozialbürgermeisterin sich nach der Veröffentlichung des Regensburger Armutsberichts umgehend um erste Maßnahmen kümmert“, ergänzt Oliver Groth, Sprecher des Kreisverbands Bündnis 90/Die Grünen Regensburg. Diese Erwartung wurde nicht erfüllt. Der Armutsbericht schlägt neben kurzfristig und leicht umsetzbaren Maßnahmen, wie Informationsmappen zum Renteneintritt oder  Sensibilisierungskampagnen, auch konkret die Förderung des sozialen Wohnungsbaus vor – etwa durch Subventionierung der Stadtbau. Genau dagegen hat sich die Sozialbürgermeisterin allerdings als Einzige beim Fragenkatalog des Forums gegen Armut ausgesprochen. Oliver Groth unterstreicht die Wichtigkeit der Maßnahme: „Geförderter sozialer Wohnraum ist eine strukturelle Entlastung für Armutsbetroffene.“