Parteiübergreifende Mahnwache gegen Sallerner Regenbrücke: Forderung nach Bürgerentscheid

Rund 20 Menschen beteiligten sich am Montag an einer partei- und organisationsübergreifenden Mahnwache an der Nordgaustraße / Amberger Straße. Anlass waren die beginnenden Bohrungen zur Untersuchung des Erdreichs, die erste vorbereitende Maßnahmen für den geplanten Ausbau der Nordgaustraße und den Bau der Sallerner Regenbrücke darstellen.

Zu der Mahnwache aufgerufen hatten die Grüne Jugend Regensburg sowie die Kreisverbände von ÖDP, Volt, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen. Gemeinsam mit verschiedenen Verbänden wie dem Bund Naturschutz und den Omas gegen Rechts kritisierten sie das Großprojekt als nicht mehr zeitgemäß und verwiesen auf die hohen Kosten sowie die langfristigen Auswirkungen auf Stadt und Region. Statt weiterer autozentrierter Infrastruktur fordern die Beteiligten ein Umdenken in der Regensburger Verkehrspolitik hin zu nachhaltigen und zukunftsfähigen Mobilitätslösungen. 

Im Rahmen der Mahnwache hielten Vertreter*innen der beteiligten Verbände Redebeiträge, in denen sie die Notwendigkeit einer breiten gesellschaftlichen Debatte über die Zukunft der Mobilität in Regensburg betonten.Vielfach forderten Redner*innen eine Stadtbahn. „Mehr Straßen bringen über kurz oder lang mehr Autoverkehr“ so die Veranstaltungsleitung und Grüne Jugend Sprecher Leonhard Stein. Weiter betonte er: „Manche Menschen im Stadtrat tun so, als könnte der Klimawandel Regensburg, als dritt versiegelste Stadt in Deutschland, nichts anhaben.“

Zentraler Punkt der Kritik ist die bisherige Planung zur Sallerner Regenbrücke, die aus Sicht der Veranstalter*innen weder den aktuellen klimapolitischen Anforderungen noch den Bedürfnissen einer wachsenden Stadt gerecht wird. Deshalb setzen sie sich für einen Bürgerentscheid ein, der den Regensburger*innen eine direkte Mitbestimmung über das Projekt ermöglichen soll. Vor Ort bestand die Möglichkeit, entsprechend Unterschrift zu leisten. Astrid Schnell vom Bund Naturschutz betonte, dass die 100 Mio. an Steuergeldern nicht ausgegeben werden sollten ohne die Stadtbevölkerung bei der Entscheidung mit einzubeziehen.

Auch die Bedeutung parteiübergreifender Zusammenarbeit wurde mehrfach hervorgehoben. Die Mahnwache verstand sich – trotz des laufenden Wahlkampfes – ausdrücklich als gemeinsames Zeichen über Organisations- und Parteigrenzen hinweg.Mit der Aktion wollen die beteiligten Gruppen den Beginn der vorbereitenden Maßnahmen nicht unwidersprochen lassen und frühzeitig auf Alternativen zum geplanten Brückenbau aufmerksam machen.